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Alma und Martin Dressel bekommen vier Söhne (von denen einer 34-jährig verstarb) und eine Tochter, neun Enkel, 17 Urenkel und drei Ururenkel. Zwei Söhne wandern nach Australien aus, wo ihr Vater sie noch im Alter von 96 Jahren besucht. Wenn es bei dem alten Herrn ein Rezept für Langlebigkeit gibt, dann das: Sparsamkeit, nicht rauchen, wenig Alkohol und viel frische Luft. So lange er konnte, bestieg der Wanderfreund Berge, fuhr Ski, ging mit seinem Faltboot „Vagabund“, dem Victoria-Moped oder der Harley-Davidson auf Tour, schaffte im Schrebergarten.
Auch heute würde er, ohne mit der Wimper zu zucken- die Koffer packen und ins Flugzeug steigen – wenn die Beine mitmachen würden. Ihretwegen beschränkt er sich auf Ziele in der näheren Umgebung. Regelmäßig nimmt der erstaunlich rüstige 107-Jährige darüber hinaus auch an den Monatsversammlungen teil, wenn Neuerungen oder Änderungen beim BRK und bei Verdi aktuelle politische, gesellschaftliche oder gewerkschaftliche Themen besprochen werden
Die Gewerkschaft gehört ebenso zu seinem langen Leben wie das BRK Nürnberg. Über ein halbes Jahrhundert leistete er als Sanitäter ehrenamtlichen Dienst beim Autorennen am Norisring, beim Eislaufen im Linde-Stadion und – natürlich- bei den Heimspielen des Clubs. Dafür bekam der treue Fan und Helfer zu seinem 100.ten Geburtstag ein Trikot mit der Rückennummer 100.
Morgens um sieben kommt der Pflegedienst. Mittags wärmt ihm die Familie sein Essen auf Rädern. Dazwischen blickt Martin Dressel aus dem Küchenfenster. Er döst, trinkt Kräutertee und später Kaffee, liest eine Zeitungsmeldung. Abends sieht er etwas fern und legt sich nach neun schlafen. Seit 1938 wohnt er hier. In ein Altenheim wollte er um keinen Preis. „Im Gefängnis könnt`s nicht schlimmer sein“.
Den heutigen Tag feiert er in Etappen, denn so viele Gratulanten passen nicht in die Wohnung. Deswegen muss der Sohn Gerhard die Logistik und den Zeitplan übernehmen.
Text und Bilder: Wolfgang Heubeck, Bericht aus Archiven
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